Portrait Frohnhausen
| Jugendstil-Häuser, Parks und lebendige Einkaufsmeilen | |
In Frohnhausen sind zahlreiche Straßen nach Städten benannt. Eine Reise quer durch Deutschland quasi – von der Aachener zur Hildesheimer, von der Leipziger bis zur Trierer Straße. Frohnhausen war zu Beginn landwirtschaftlich geprägt, gehörte mit Altendorf und Holsterhausen zum so genannten Drei-Bauerschaftsquartier, bevor es 1901 eingemeindet wurde. Im Jahr 2000 fiel der alte Kotten Auf der Lake an der heutigen Straßenbahnschleife der 109 der Abrissbirne zum Opfer – er war extrem marode und daher trotz großen Engagements der örtlichen Denkmalschützer nicht zu retten. Schon zwischen 1901 und 1918 veränderte sich das Gesicht des Stadtteils rasant: Krupp brauchte Arbeitskräfte, und die mussten irgendwo wohnen. Siedlungen und Häuserblocks schossen überall aus dem Boden, Straßen, Bahnhöfe und Parks entstanden. Dabei hatten die Stadtplaner verschiedene Aspekte im Sinn:Wirtschaftlich, hygienisch und vor allem schön sollte etwa das neue „Essen-West” sein, das 1904 nach den Ideen Robert Schmidts wuchs. Er entwarf das Wohnviertel „Pollerbergshof”, zu dem auch Marktplatz und Apostelkirche, Schmuckanlagen und Jugendstilbrunnen gehörten. Ein dicht besiedelter Stadtteil von Essen … Aktuell ist Frohnhausen 362,39 Hektar groß und mit 31 886 Einwohnern einer der dicht besiedeltsten Stadtteile in Essen. Und der Bedarf an preisgünstigem Wohnraum für Familien wie für ältere Menschen steigt noch immer. Nicht umsonst hat die Wohnbau eG erst kürzlich 20 Altbauten am Riehlpark abgerissen und zieht an gleicher Stelle einen modernen Gebäudekomplex mit 99Wohneinheiten hoch, die Hälfte davon sind seniorengerecht ausgebaut. Im Sommer sollen die ersten Mieter einziehen. Sie werden auf einen grünen Riehlpark blicken. Mit seinen Wiesen und Spielgeräten für kleine und große Kinder ist der Park nicht der einzige seiner Art im Stadtteil:Westpark, Alfredspark und Gervinuspark, einst für Erholung suchende Krupparbeiter angelegt, liegen wie grüne Lungen zwischen dichter Wohnbebauung und belebten Straßen. Frohnhausens pulsierendes Zentrum ist der Gervinusplatz, direkt im Kreuzungsbereich von Berliner und Frohnhauser Straße – neben der Mülheimer Straße sind das die großen Einkaufsmeilen des Stadtteils. Eine aktive Werbegemeinschaft sorgt mit immer neuen Aktionen dafür, dass Kunden wie Geschäftsleute im Vorort bleiben – weil es hier vom Nähgarn bis zum Fernseher so ziemlich alles gibt. Frisches Obst und Gemüse und Spezialitäten aus aller Welt – immer dienstags, donnerstags und samstags auf dem Frohnhauser Markt. Wer das Besondere sucht … Wer das Besondere sucht, sollte einen Blick in die Kirchen werfen. In St. Elisabeth gibt es die einzige Ikonostase in einer katholischen Kirche Deutschlands: eine Bilderwand mit Motiven in der russisch-orthodoxen Tradition. Zur 1913 geweihten Apostelkirche an der Mülheimer Straße gehört eine vom Bauhaus-Architekten Otto Bartning entworfene Notkirche, in der seit 1989 viermal im Jahr zeitgenössische Künstler ihre Werke ausstellen. Mit der Bezirkssportanlage Raumerstraße und dem dortigen Handball-Leistungszentrum sowie der Eissporthalle Essen-West, Heimat des Eishockeyclubs ESC Moskitos, besitzt Frohnhausen zwei wichtige Sportstätten. Zwei Schwimmbäder sorgen für Badespaß: das familienfreundliche Freizeitbad Oase sowie das Friedrichsbad an der Kerckhoffstraße. 1912 als Stiftung der Familie Krupp gebaut, wurde es nach dem Krieg 1948 wiedereröffnet und ist heute Sport-, Fitness- und Gesundheitszentrum mit über 200 Kursangeboten. Redaktion: Elisabeth Schulz Weitere Informationen: | ![]() |


















